Rein(e)ke auf der Suche nach der Weisheit

TAG 0

Höret her, Bauern, Könige und Narren!
Lasst uns kurz in einer Geschichte verharren.
Der Held ist Rein(e)ke, der Fuchs genannt,
sein Leben einzigartig, unverkannt.
Beschloss er einst der Weisheit auf den Grund zu gehen,
der Sünd‘ zu trotzen und ihr zu widerstehen.
Die Mär vom Rein(e)ke, sei Euch gesagt,
begann abrupt am ersten Tag.

TAG 1

Von Torheit gepeinigt,
auf das er es bereinigt,
leckt Rein(e)ke der Fuchs das Blut von Wissen.
Das erste Buch verschlang er in Riesenbissen.
Doch dann las er von einem griechisch Greis,
dass man nur wisse, dass man nichts weiß.
Aber darauf lies er sich nicht ein,
denn nichts zu wissen kann nicht Weisheit sein!

TAG 2

Auf seines Vaters Rat,
versuchte er des Sportes Pfad.
Und auch ein alter griechisch Mann
sagte: „Es sei wichtig,
dass man den Körper sich ertüchtigt!
Damit der Geist erblühen kann.“
Doch in seinem Sportverein
wurde der Körper schwach und der Geist sehr klein.
Statt Erleuchtung und Genie,
nur Kreuzbandriss und hines Knie.
Auch dieser Weg war nicht vom Erfolg gesegnet.
Es stand fest, dass er der Weisheit hier nicht begegnet.

TAG 3

Rein(e)ke der Fuchs wurde beim Sport nicht schlau,
versuchte er sein Glück bei einer Frau.
Der Narr !!!
Denn trotz zwei toller Tuten,
ist’s Torheit, Weisheit unter einem Rock vermuten.
Denn selbst der weisen Männer gibt’s nur eine kleine Schar.
Er verschrieb sein Herz den Dünnen und den Dicken,
doch zum Schluss wollte er sie nur noch schicken.
Die einzig‘ Frau, die ihn verstand,
war Mama,
sodass er hier auch keine Weisheit fand.

TAG 4

Am vierten Tag suchte Rein(e)ke das Glück im Spiel.
„Erhofftes hier zu finden bedarf nicht viel!“,
hat sich der junge Fuchs gedacht.
Lange Nächte, Stund‘ um Stund‘,
hat er beim Zocken wohl verbracht.
Doch als er auf das Jenga traf,
das Glück, der Mut und Hoffnung schon zerbrach.
Wie das ganze Leben ist auch Jenga schwer.
„Reinke, geh‘ zum Bundesheer!“

TAG 5

Dass er die Weisheit hier erlange nur mit Kopfes Dingen,
das war wohl klar,
das wird nichts bringen.
Voll getarnt als grünes Männlein im Versteck,
Kopf und Kragen tief im Dreck,
und feige auf Pappsoldaten schießen,
der Weisheit Blume wird auch hier nicht ersprießen.
Aus verlog’ner Zunge „Ich gelobe!“ schrein,
Rein(e)ke,
das kann nicht die Lösung sein.

TAG 6

Rein(e)ke,
nun glaubst Du schon, die Suche hätte keinen Sinn.
Doch spitze deine Ohren und hör‘ gut hin!
Was wären wir für Freunde in dieser, deiner bitteren Stunde,
wenn nicht hätten Balsam für die Wunde.
Frauen brauchst Du keine kennen,
Bücher allesamt verbrennen.
Deinem Vaterland brauchst Du nicht dienen,
beim Sport das Wadenbein nicht schienen.
Beim Glücksspiel wirst Du auch nicht froh.
Die Weisheit liegt ganz anderswo!
Die Weisheit ist kein Stern.
Sie liegt so nah und gar nicht fern.
Rein(e)ke, öffne deine Augen!
Nur ein ständig‘ Wegbegleiter kann als Tor zur Weisheit taugen.
Dein bester Freund, Du ahnst es wohl,
es ist der liebe Alkohol.
Denn nur der Alkohol vermag,
was Du gesucht hast bis zu diesem Tag.
Ein Fünkchen Weisheit schenkt er Dir,
nach fünfzehn oder zwanzig großen Bier.
Nach zwanzig Jahren Torheit raten wir:
Sooft Du kannst, da trinke Bier.
Sonst trinke Wein.
Doch Rein(e)ke, bitte,
lass‘ das Saufen ja nie sein!
Auf dass die Weisheit ewig währet,
auch wenn es deine Eltern störet.
Bist Du schon ein alter Tattergreise,
und sind nur noch die Haare weiße,
erzähle den Enkeln zu ihrem Wohle:

„Die Weisheit liegt im Alkohole!“

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